Surface Book oder MacBook PRO

Mac Book Pro oder Surface Book – „aber da war noch was…“

Mac Book Pro oder Surface Book – „aber da war noch was…“

„Gutes Design ist leise!“ Mit diesem Satz hatte ich meinen Besuch in der Apple Genius Bar eingeleitet – der dritte Termin in Folge seit meinem Wechsel vom 2011er MacBook Pro 15“, das nach knapp fünf schönen gemeinsamen Jahren und ohne Probleme aus meinem digitalen Leben getreten war und ersetzt wurde durch ein 2016er MacBook Pro 15“. Drei Termine – einer in der Kölner Innenstadt, einer im Gravis Store Bonn und der dritte dann im Rhein-Center Köln. Mehrere Staus bei den Anreisen aus Bonn, Wartezeiten vor Ort, unfassbarer Lärm in der Genius Bar in Apple Store in der Kölner Innenstadt, Telefonate und Chats vorab mit den Damen und Herren der Apple Hotline,…. In Summe ein Zeitaufwand von mindestens sechs Stunden plus die nicht messbaren Werte für Nerven- und Frustaufwände. Und alles nur aus einem Grund: Das 2.700 Euro teure MacBook Pro knackte ab und an während des laufenden Betriebs, was bei einem so teuren Gerät verständlicher Weise zu einer gewissen Unzufriedenheit auf meiner Seite führte. Nachvollziehbar also, dass ich leicht angespannt und mit der Bereitschaft zum inszenierten Vulkanausbruch die Kommunikationsstrategie für den weiteren Besuch in der Apple Genius Bar vorbereitet hatte. Anmerkung: „Schönheitsfehler“ wurde es im Gravis Store genannt und dass Apple hier nur auf Kulanz Reparatur oder Ersatz bietet.

„Who the F… is Dieter Rams“

Um den Einstieg in das Gespräch mit der sehr freundlichen und engagierten Apple Store Managerin entspannt einzuleiten und auf mein Problem sanft einzugehen, nutzte ich eben jenen Satz „Gutes Design ist leise!“. „Er sei zwar nicht von Dieter Rams aber er unterstreicht, was ich in Frage stelle“ – so erklärte ich es der freundlichen jungen Dame. Ein fragender Blick. „Du kennst doch Dieter Rams, oder?“. Sie musste verneinen und auch der anwesende Techniker konnte keinen Zusammenhang erkennen. Kein Problem – ich klärte auf, denn der Name Dieter Rams sollte (meiner Meinung nach) einem Apple Mitarbeiter geläufig sein.

Für die Lesenden: Der 1932 in Wiesbaden geborene Industriedesigner Dieter Rams war Chefdesigner des Elektrogeräteherstellers Braun und gilt als wesentlicher Beeinflusser des Apple Designs. Apple-Chefdesigner Sir Jonathan Ive unterstreicht, dass das von Rams entwickelte Design ihn maßgeblich beeinflusst hat. Wer sich den Braun Taschenrechner, das tragbare Radio oder die Standboxen anschaut, erkennt auch ohne geschultes Auge den iPod, das iPhone oder den iMac. Dabei hat Apple nicht kopiert, sondern das Minimalistische Designprinzip von Rams übernommen, so auch die Meinung von Dieter Rams. Man könnte also sagen: Ohne Dieter Rams wäre Apple nicht Apple!? Zumindest ist der Aspekt Design bei Apple, sowohl bezüglich Hardware, als auch bezüglich Interface-Design ein zentrales Element, wenn nicht sogar das zentrale Element, und die Mitarbeiter sollten darüber aufgeklärt werden – nicht zwingend alle, aber auf jeden Fall ein Store Manager, vielleicht auch Verkäufer. Design betrifft dabei nicht nur das Äußerliche, sondern auch die Handhabung der Endgeräte und damit das Interface von MacOS oder iOs.

Das designorientierte Unternehmen Apple, dessen Chef-Designer sich offen zu Dieter Rams und seinem Einfluss bekennt und deren Produkte sich ausschließlich im hochpreisigen Segment bewegen, klärt seine Mitarbeiter nicht oder nur bedingt über den zentralen Aspekt der Marke auf? Wie viele Mitarbeiter weltweit bei Apple wissen über das Design von Apple und den Einfluss von Dieter Rams Bescheid? Weniger als 10 Prozent oder gar weniger als drei Prozent? Und wie sieht es mit dem Management aus? Und was würde Steve Jobs dazu sagen? Kein Vorwurf gegenüber den Apple Store Mitarbeitern, aber sollte das nicht durch Apple weltweit vermittelt werden, um die Marke zu stärken? Wir sind so „geil“, weil unser Design (Hard- und Software bzw. Interface) so geil ist. Oder ist das Design nicht mehr relevant, weil andere Hersteller mittlerweile sich auf demselben Niveau bewegen?

Kurze Anmerkung: Man ging auf mein Problem ein, alle das Geräusch vielleicht verursachenden Teile wurden getauscht und das Problem ist behoben. Der Service funktioniert also noch, zumindest in seinen Grundzügen.

Was ist denn nun mit MacBook Pro oder Microsoft Surface Book

Worauf will ich eigentlich hinaus? Ach ja – Microsoft Surface Book oder MacBook Pro – da war ja was.

Ich nutze für meine eigene (digitale) Arbeit (Bildbearbeitung, Grafik, Video, Webseite, Text,…) das mittlerweile reparierte 2016er MacBook Pro 15“ und habe vom Arbeitgeber ein Surface Book (Bildbearbeitung, Grafik, Video, Webseite, Text,…) und wenn ich ehrlich bin: Die beiden Endgeräte geben sich nicht viel. Abgesehen von den minimalistischen Logos sehen die zwei Wunderwaffen für den modernen digitalen Arbeitsplatz sogar fast gleich aus.

Bei CPU, RAM und Speicher schenken sie sich nichts, das zeigen sämtliche Tests, die hier nicht mehr genannt werden müssen. Leistung haben beide genug und der Durchschnitts-Anwender braucht für seine Anwendungen so oder so nicht einmal die Hälfte an Leistung, und das auch nur dann, wenn bestimmte Anwendungen mehr Kapazitäten in Anspruch nehmen als sie sollten.

Aber: Während Apple sich auf seiner Daseinsberechtigung als Endgerätehersteller für Medienschaffende und Designorientierte lange ausgeruht hat, stellt Microsoft mit der Surface Serie heute Endgeräte in der Arbeitswelt bereit, die nicht nur Anwendungsfälle im Berufsalltag und mit Blick auf die Digitalisierung und den digitalen Arbeitsplatz abdecken, sondern auch Medienschaffende glücklich machen. Und, sie haben Apple in Sachen Design erreicht – meiner Meinung nach. Das Surface Book ist schick! Wer kein MacOS braucht, und das sind eigentlich nur Medienschaffende, die von bestimmten Funktionen profitieren oder diese bevorzugen, der kann auch das Surface Book wählen, das in der teuersten Variante aktuell (Angebot) 2.749.- Euro kostet aber schon ab knapp 1.400.- Euro zu haben ist. Außerdem hat Microsoft das Surface Book so gebaut, dass die Tastatur auf keinen Fall ans Display kommen kann, wenn das Gerät zugeklappt ist. Das hat Apple wieder vergessen oder nur bedingt umgesetzt.

Und: Während Apple den magnetischen Netzteilanschluss abgeschafft hat, um USB-C einzuführen, hat Microsoft ihn eingeführt und ein Gerücht hat mich erreicht, das besagt, dass Microsoft das Patent für den magnetischen UBS-C-Anschluss besitzt.

Es geht noch weiter:

Beim Surface Book Pro kann man die Taststatur abnehmen und der mitgelieferte Stift mit unterschiedlichen Aufsätzen ermöglicht dem Grafiker und Illustrator das digitale Zeichnen und dem sonstigen Anwender die Option der handschriftlichen Notiz oder Skizze. Gut, dafür ist die Tastaturbeleuchtung eine Frechheit aber damit kann man leben oder Microsoft gelobt Besserung.

Fazit: Früher hat Apple den anderen in Sachen Design etwas vorgemacht und heute? Warum habe ich noch einmal ein MacBook Pro gekauft? Ach ja. Design, Haptik, MacOS. Sieht noch immer schick auch und das Arbeiten damit macht auch Spaß aber irgendwie fehlt der Spirit. Innovativ ist anders. Und wenn man heute in einen Apple Store geht, hat man mehr das Gefühl von einer Aldi-Filiale, in der alles leer gekauft wurde. Und der Service? Ein Jahr Garantie – „Die auf ein Jahr beschränkte Apple-Garantie ist eine freiwillige Garantie des Herstellers. Sie gewährt zusätzliche Rechte unabhängig von den durch Verbraucherschutzgesetze gewährten Rechten. Diese gesetzlichen Rechte werden durch die Garantie nicht eingeschränkt.“ Ja und nun? Bei einem MacBook Pro 15“ für 2.700 Euro erwarte ich maximalen Service und das Ziel einer maximalen Kundenzufriedenheit, insbesondere dann, wenn man eigentlich keine wirklichen Neuerungen am Gerät findet und die 2016er Version eher als eine Verbesserung der 2015er Version gesehen werden kann, bei der bekannte Fehler und Probleme behoben wurden. Sehr schwache Leistung in Summe. Mein nächstes digitales Werkzeug kann dann ein Azus oder ein Acer werden. Hier zahle ich 1000 Euro für die gleiche Leistung und das Design der beiden Hersteller wird immer besser.

Werkzeuge für Innovation und Kreativität

Wer täglich einen Akkuschrauber nutzt und zwar permanent, der kauft nicht die 90 Euro Version bei OBI, sondern das empfohlene, haltbare und leistungsfähige Gerät im höheren Preissegment von einem namenhaften und zuverlässigen Hersteller. Dafür erwartet er Qualität, Leistung und Service.

Wir, die Bildschirmschaffenden, sollen als Menschen der Zukunft und als Mitarbeiter in Unternehmen kreativ und innovativ sein. Wir sollen analysieren, optimieren, konstruieren, konzipieren, verkaufen oder vermitteln, erschaffen, entwickeln, umdenken oder weiterführen. In Zeiten der Digitalisierung bilden Endgeräte wie die Microsoft Surface Serie und Apples MacBook hierfür die Basis, ergänzt durch andere Mobile Devices, Apps, web- und cloudbasierte Anwendungen wie Microsoft Office 365 oder die Adobe Creative Cloud. An jedem Ort und zu jeder Zeit wollen wir ohne Einschränkung nicht nur arbeiten, sondern aktiv sein, kommunizieren und kollaborativ arbeiten. Da wir die elektronischen Geräte so nutzen, wie der Handwerker den Akkuschrauber oder den Bohrer, kommen Endgeräte zum Einsatz, die im oberen Preissegment angeordnet sind, um entsprechende Anforderungen zu erfüllen. Wir erwarten als Nutzer, dass diese Endgeräte unsere Erwartungen nahezu immer erfüllen und zwar über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr. Wenn wir dann in Sachen Service und Qualität aber auch Innovation enttäuscht werden, fragen wir uns natürlich: Für was zahlt man dann über 2.000 Euro. Wenn ein Mangel bei einem Premiumprodukt vorliegt, liebe Firma Apple, will man als Kunden nicht diskutieren müssen. Eine Entschuldigung und eine schnelle Problemlösung und wenn nötig ein direkter Tausch – das ist es, was wir erwarten. Ihr seid zu lange am Markt, als dass wir euch solche Fehler verzeihen. Und: Ihr solltet die Kreativbranche und die Kreativen, die eure Produkte (noch) repräsentieren, besser pflegen und unterstützen.

Microsoft liefert für den digitalen Arbeitsplatz mit dem Surface eine Art All-In-One-Lösung, die als Tablet genutzt werden kann oder als lokale Arbeitsplatzlösung mit Tastatur – bei Bedarf erweitert durch einen externen Bildschirm und eine externe Tastatur. Ein guter Ersatz oder die ideale Alternative zum MacBook Pro. Aber: Frust entsteht über die noch 2017 bestehende Meldung in Programmen „Keine Rückmeldung“ bei Windows 10 (man sagte mir, dass Intel das Problem verursache), schlechte Verarbeitung im Bereich schon immer bekannter Problem (z. B. Scharniere – das Problem kenne ich noch aus meinen HP-Zeiten 2003 bis 2007), Lüfter-Geräusche oder der Kampf mit Anschlüssen, Kabeln an Netzteilen und damit verbundene unzählige und oft ergebnislose Reklamationen, Diskussionen, Wartezeiten oder innere Wutausbrüche. Im Preissegment, in dem sich das Microsoft Surface Book und das MacBook Pro bewegen, erwarten wir, die wir die Geräte täglich nutzen und zwar oft mehr als acht Stunden pro Tag, absolute Zuverlässigkeit, perfekte Verarbeitung und top Kundenservice. Wir wollen die Geräte einschalten und loslegen. Langes Rumprobieren bis die Auflösung auf dem internen und externen Bildschirm sauber dargestellt wird, wollen wir nicht mehr. Wer viel zahlt, sollte auch viel bekommen und das bietet keiner der beiden Hersteller. Ein 2.700 Euro teures Endgerät sollte zudem nachhaltig und unter guten Bedingungen hergestellt werden. Vielleicht werden die Geräte gar besser in der Endverarbeitung, wenn die Arbeiter in den Fabriken gut bezahlt und gut behandelt werden? Wer weiß. In diesem Sinne: Microsoft und Apple – ihr seid am Zug.

Mac Book Pro oder Surface Book – „aber da war noch was…“
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